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Ostatnia aktualizacja: 23/07/2010

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Zusammenfassung

Die Geschichte des Kaliszer Museums geht auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Die erste Ausstellung ("Ausstellung von Ausgrabungen und Kunstwerken") wurde allerdings erst im Jahre 1900 veranstaltet. In den nachfolgenden Jahren entstanden dank der Initiative der Kulturaktivisten und Liebhaber des "Altertums" drei getrennte Museumseinrichtungen. Zwei von ihnen hatten an der hiesigen Zweigstelle der Gesellschaft zur Förderung der Industrie und des Handels (" Archäologisches Museum" der Sektion Altertum - seit 1907 und "Museum" der Sektion Ausstellungen und Schulhilfsmittel - seit 1909) gewirkt, und die dritte als "Heimatkundliches Museum" gedachte Einrichtung wurde 1911 an der Kaliszer Zweigstelle der Polnischen Gesellschaft für Landeskunde gegründet. Im April 1914 kam es zur Zusammenlegung aller obenerwähnten Museumseinrichtungen und so entstand das Kaliszer Regionalmuseum.

Den 1. Weltkrieg überstanden die Museumssammlungen eigentlich glimpflich. Während der Naziokkupation hingegen wurde die Sammlung des Museums fast bis zu 80% vernichtet. Nach dem Kriegsende - im Herbst 1946 - wurde mit der Reaktivierung des Museums, dessen Sammlungen ständig durch Schenkung,Übertragung und Kauf erweitert werden, begonnen. Im Jahre 1957 wurde dem Museum ein imposantes Gebäude in der T. Kosciuszko-Strasse 12 als sein neuer Sitz zur Verfügung gestellt. Dieses Gebäude war 1909 als Schatzamt errichtet und in der Zwischenkriegszeit um weitere Stockwerke wesentlich vergrösst worden. Die ersten Dauerausstellungen wurden in dem neuen Sitz 1960 im Zusammenhang mit der Jubiläumsfeier anlässlich des achtzehnhundertjährigen Bestehens der Stadt Kalisz präsentiert. Der nächste Ausbau des Gebäudes erfolgte in den 70er Jahren. Zu dem Zeitpunkt ( 1975) wurde auch dem Museum der Rang einer Bezirkseinrichtung zuteil, wobei es nun den Namen "Bezirksmuseum der Kaliszer Region" erhielt. Zur Zeit hat das Museum eine mehrgliedrige Struktur und besteht aus fünfSachabteilungen (Abteilungen fürArchäologie, Ethnographie, Geschichte, Kunst, Wissenschaft und Bildung), sowie aus vier Werkstätten (für Fotographie, Konservierug, Plastik und Handwerk). Zu dem Museum gehören auch drei Zweigstellen mit ihren eigenen Expositionen (Tadeusz-Kulisiewicz-Zentrum für Zeichnung und Graphik in Kalisz, Museum der Palastinterieurs im Lipski-Palast in Lewkow und das Maria-Dabrowska-Landhaus in Russow), sowie drei ortsgebundene Ausstellungen (Archäologisches Freilichtmuseum in Kalisz, kleines ethnographisches Freilichtmuseum in Russow und "Musiksalon" im Jagdschloss in Antonin. Dar über hinaus werden im Hauptsitz des Museums zwei Dauerausstellungen (für Archäologie und Geschichte) präsentiert, oftmals die zeitweiligen Ausstellungen gewechselt, sowie allerlei Bildungsaktionen durchgef mut.

Gesammelt werden in den einzelnen Museumsabteilungen die bei den in der Kaliszer Region durchgeführten Ausgrabungsarbeiten gefundenen Sachen, Urkunden und sonstige die geschichtliche Entwicklung der Stadt von ihrer Anlegung im Jahre 1257 bis zur Gegenwart darstellende Gegenstände, Denkmäler der regionalen Kulturund Volkskunst, Gebilde der afrikanischen Völker (aus Westafrika und Sudan), sowie allerlei Kunstwerke (insbesondere die Werke, die von den aus Kalisz stammenden, bzw. anderweitig mit dieser Stadt verbundenen Künstlern geschaffen wurden). Die im Hauptsitz des Museums veranstalteten Daueraustellungen ("Aus der Urgeschichte der Stadt Kalisz und ihrer Region" und "Aus der Geschichte von Kalisz") behandeln die älteste Geschichte der Besiedlung der Kaliszer Region, sowie charakterisieren die wichtigsten Eraignisse, die in der Stadt Laufe ihresjahrhundertelangen Bestehens, d. h. von der Mitte des 13. Jhs. Bis zum heutigen Tag stattgefunden haben.

Und so fanden sich auf der archäologischen Ausstellung Gegenstände, die während der in der nächsten Umgebung von Kalisz durchgeführten Ausgrabungsarbeiten gefunden wurden. Gezeigt wur- den hierbei Fundstücke aus allen urgeschichtlichen Epochen, d. h. Aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit. In chronologischer Reihenfolge sind sie den einzelnen Kultureinheiten zugeordnet. Besonders beachtenswert sind die spätpaläolithischen und mesolithischen Kieselwerkzeuge, die Rekonstruktion des in Warszowka entdeckten neolithischen Skelett- grabes, die Grabinventare einer frühbronzezeitlichen Begräbnisstätte sowie zahlreiche mit der Vertretern der Lausitzer Kultur, die von vielen Geschichtsforschern als Urslawen betrachtet werden, zusammenhängende Denkmäler (einschl. Rekonstruktionen von vielerlei Bestattungsformen mit Leichenverbrennung). In weiteren Teilen der Ausstellung gibt es auch Gegenstände, die aus der Zeitperiode des keltischen und provinzialrömischen Kultureinflusses stammen. Bei der Behandlung der letzteren Frage wurde dem Problem der Bernsteinstrasse sowie derältesten schriftlichen Erwährung der Stadt Kalisz im Werk des alexandrischen Gelehrten aus dem 2. Jahrhundert, Claudius Ptolemäus, besonders viel Augenmerk geschenkt. Die Ausstellung endet mit den Fundstücken aus der Zeit der Völkerwanderung (u. a. ein Glaspokal aus Piwonice und eine aus dem 5. Jahrhundert stammende silberne Gürtelschnalle gotischer Herkunft), sowie mit den reichlich präsentierten frühmittelalterlichen Funden aus der erforschten Burg in Zawodzie, wo sich zur Zeit ein archäologisches Freilichtmuseum und eine kleine Ausstellung befinden.

Die historische Dauerausstellung hingegen setzt sich aus vier chronologisch getrennten Teilen zusammen. Im ersten von ihnen -"Fürsten- und Königsstadt" - wurde der Zeitraum von der Anlegung der Stadt Kalisz im Jahre 1257 bis zur , 2. Teilung Polens im Jahre 1793 behandelt (von der 1 . Teilung unseres Landes im Jahre 1772 blieb die Kaliszer Region verschont). Der 2. Teil - "Unter fremder Herrschaft" - betrifft die Zeitspanne zwischen 1793 und 1918 nach erfolgten Teilungen Polens. Anschliessend wurden "Die Nachkriegsjahre", d. h. der Zeitraum von der Wiedergewinnung der Unabhängigkeit Polens bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges im September 1939 behandelt. Die gesamte historische Ausstellung endet mit der Schilderung der aus dem 2. Weltkrieg erwachsenden Probleme (1939-1945).

In den einzelnen Teilen dieser Ausstellung wird die Geschichte der Stadt in geschlossenen Themengruppen behandelt, die nacheinander solchen Fragen wie Verwaltung, Entwicklung des Kaliszer Handwerks, und in ihren weiteren Teilen auch der entstehenden Industrie, der Stadtverteidigung, den nationalen Befreiungsaufständen (in den Jahren 1794, 1830-1831, 1863 und 1918), sowie dem Kultur- Bildungs- und Sportleben im allgemeinen (darunter auch den Konfessionsfragen) ge- widmet sind. Die räumliche Entwicklung der Stadt wird anhand schematisch dargestellter und chronologisch zugeordneter Stadtpläne, mit Hilfe eines Modells der Stadt Kalisz um die Wende des 17. zum 18. Jahrhundert, sowie in Form eines Planes der Innenstadt geschildert, der deren Zustand nach der Zerstörung im August 1914 in den ersten Tagen des 1 . W eltkrieges dokumentiert.

In den Zweigstellen des Regionalmuseums dagegen werden Ausstellung präsentiert, die das Schaffen des hervorragenden polnischen Graphikers Tadeusz Kulisiewicz ( 1899-1988 - im Zentrum für Zeichnung und Graphik in Kalisz), das Leben und Schaffen der Schriftstellerin Maria Dabrowska (1889-1965 - in ihrem ehemaligen Landhaus in Russow), sowie die Innendekoration der Paläste im Zeitraum vomAusgang des 1 8. Jhs. bis zum Ende des 19. Jh. (im Lipski-Palast in Lewkow) darstellen. Darüber hinaus verfügt das Museumüber die bereits erwähnten ortsgebundenen Ausstellungen: die erste ist den langjährigen Ausgrabungs- und Forschungsarbeiten an der aus der frühen Piastenzeit stammenden Stadt Kalisz gewidmet (archäologisches Freilichtmuseum in Zawodzie), die zweite dokumentiert die Holzbauweise in der Kaliszer Region sowie die damalsübliche Ausstattung der W ohn- und Wirtschaftsräume (ethnographisches Freilichtmuseum in Russow in der Nähe des Landhauses von Maria Dabrowska), und die dritte Ausstellung knüpft an den Aufenthalt des polnischen Komponisten Fryderyk Chopin ( 1810-1849) bei Antoni Radziwill in Antonin an ("Musiksalon" im Jagdschloss in Antonin).